Harlekin

Harlekin ist ein 2007 geborener Freiberger Wallach, der das Glück hatte seit dem Verkauf vom Züchter beim gleichen Besitzer zu sein. Harlekin war zu Beginn unserer Zusammenarbeit ein echter FREIberger. Alles was ihm zu viel war hat er blockiert und war kein Fan. Am Liebsten wurde er frei und ohne alles longiert. In der Handarbeit war er ebenfalls weit gearbeitet, jedoch war ihm das eigentlich “zu nah dran” und nicht so sein Ding. Harlekin wurde in jüngeren Jahren eingefahren und angeritten. Nach einem etwas fieseren Unfall wurde Harlekin nicht mehr geritten. In den letzten Jahren gab es immer wieder den Versuch die Reiterei aufleben zulassen – das hatte ihm (in Kombination mit seiner Halbschwester Lorena) den Beinamen “Die Bösen” beschert.

Zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit haben wir uns sehr auf Harlekin eingelassen und seine Grenzen akzeptiert. Führtraining, Bodenarbeit und Longieren standen auf dem Plan. Mit der Zeit haben wir uns einander angenähert und Harlekin begann sogar den näheren Kontakt zu suchen und auch sehr gerne Handarbeit zu machen. Touchieren oder Arbeit mit der eigenen Körperenerige/Aufrichtung nimmt er mittlerweile sehr gut an. Er bietet mittlerweile freiwillig Übungen und Lektionen an und zwischendurch kommt sogar ein Grummeln heraus – insbesondere, wenn er besonders zufrieden mit sich ist.

Harlekin ist ein echter Charakterkopf gepaart mit Quatschkopf. Wenn man ihm Quer kommt, machte er sich tatsächlich “frei” von einem und war weg. Davon ist er mittlerweile weiter weg und lässt sich sogar in Schrecksituationen “halten”. Er entwickelt sich immer mehr zu einem treuen, lieben und aufmerksamen Kumpel, der auch im Gelände eine echte Versicherung ist. Er ist ein tolles Beispiel wie sensibel Pferde sind und wie sehr sie wahrgenommen und gehört werden möchten.

Harlekin im Januar 2019
Durch das schlechte Wetter im Januar konnten wir nicht so viel im Sattel arbeiten – Harlekin mag es überhaupt nicht “nass” gesattelt zu werden. Wir habe den Schwerpunkt auf den flüssigen Wechsel in den Seitengängen im Schritt und im Trab gelegt. Das Travers – eigentlich keine von Harlekins Lieblingsübungen – klappt schon richtig gut und flüssig! In die Reihe der “schönsten Momente” reiht sich ein Abend Mitte/Ende Januar. Wir waren gerade zwei Minuten in der Halle, als ein paar andere Pferde aus der Herde einen Dollen hatten und hinter der Halle hoch galoppierten. Harlekin war von jetzt auf gleich “an” und ganz schön abgelenkt. In der Intensität eigentlich ein schwieriger Moment, da er vor lauter Aufregung schon mal alles andere vergas, rempelte oder sich selbstständig machte, um die Situation “alleine” zu regeln. Nicht so an diesem Abend! Die Freude war ganz groß, als er sich mit zwei Fingern am Zügel, aber weiter führen lies und mittlerweile so viel Vertrauen hat, dass er bei uns bleibt. Nach dem zweiten Anfragen lies er sich sogar – zwar abgelenkt – auf die Führübungen ein und reagierte prompt. Nach dem wir wieder etwas mehr beieinander waren ging es dann in den Sattel – für alle die ihn “von früher” kannten eine etwas verrückte Idee. Unter dem Sattel entspannte er sich sogar noch mehr! Seitengänge und Kurzkehrt klappten tipp topp und er kam immer wieder zurück mit seiner Aufmerksamkeit. Nach ein paar Runden Trab streckte er sich sogar ab und schnaubte ab – Ein guter Moment um ganz dolle zu loben und die Arbeit zu beenden. Den Feierabend hatte er sich wirklich verdient!

Harlekin im Dezember 2018
Wir sind ein kleines bisschen begeistert – Harlekin macht sich so toll! Zwar hat er zwischendurch seinen kleinen Dollen, albert rum und beißt ins Halfter, aber lässt es auch brav wieder sein und konzentriert sich unfassbar gut – selbst in für ihn schwierigen Situationen. Der Puschelbär sieht mittlerweile richtig windschnittig aus und ist super motiviert. Am schönsten sind die kleinen Brummler, wenn er weis (!), dass er etwas gut gemacht hat und gleich sein Lob bekommt. Konnten wir zu Beginn des Trainings immer nur sehr kurze Reprisen (ca. 1/2 Runde) mit sehr viel Lob (freuen, streicheln, Leckerchen) machen, wird der Kerl mittlerweile richtig ehrgeizig und holt sich immer weniger Pausen und Rückversicherung, dass es wirklich gut und richtig war, ab. Zuletzt waren wir ganz baff, dass wir knapp 5 Minuten gefilmt hatten, ohne, dass er den Anker geschmissen hat, um sich sein Knuddle-Lob abzuholen. Stimme und Streicheln waren ihm völlig ausreichend und er bot sogar Kontraschulerherein und Schulterherein an! Hier hatten wir seit November vom Boden aus immer mehr geübt – ein tolles Beispiel dafür, dass es lohnt diese Zeit zu investieren, wenn man im Sattel dann so viel geschenkt bekommt! Wie gesagt, wir sind ein kleines bisschen begeistert 🙂

Harlekin im November 2018
Harlekin macht sich weiter sehr brav – er hat seinen ersten richtigen Fremdreitertest bestanden. Harlekin war das erste Mal mit einer unserer Reitschülerinnen, die er bisher nicht kannte und keinen Kontakt hatte, als Lehrpferd unterwegs. Eigentlich immer ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben uns sehr gefreut, wie brav er war und wie viel Mühe er sich gegeben hat mit zu machen und zu erfüllen, was gefordert war. Auch wenn er noch recht “jung” ist, was die “Arbeit” angeht, zeigte er ganz wunderbar an, wenn es seiner Meinung nach nicht so ganz überzeugend oder motivierend war und das auf eine ganz liebe Art und Weise, ohne “blöd” zu werden. Der Puschel erzieht einen wirklich dazu, aus einem Gefühl und nicht aus einer Technik heraus zu (re)agieren – egal ob am Boden oder im Sattel. Harlekin ist brav im Schritt, Trab und sogar im Galopp gelaufen. Wir waren ganz schön baff, wir Harlekin im Galopp unterwegs war – das ging tatsächlich ganz schön nach oben heraus – wie er es schon ein paar mal in der Freiarbeit gezeigt hat. Er war ganz begeistert, wie sehr sich sein Begleitpersonal gefreut hat. 🙂

Harlekin im Oktober 2018
Harlekin_OktoberHarlekin_Oktober_Trab
An dem Tag, an dem das Oktober-Foto entstand, waren wir recht spät in der Halle – Harlekin ist eigentlich eher ein “Gewohnheitstier” und nicht so richtig Fan von Spätschicht. Zudem war die Steuereinheit zeitweise etwas klemmig und saß nicht so, wie gewohnt. Wir sind so unfassbar stolz auf Harlekin!
Normalerweise blockierte er leicht, wenn man oben drauf nicht 100%ig war und blieb stehen oder ging rückwärts. Davon war an diesem Abend nichts zu sehen! Er war zwar zuerst leicht irritiert, drehte aber so artig und toll seine Runden, schnaubte sogar ab und war so weich! Er bot sogar Schulterherein im Schritt und im Trab an. Es war erst das zweite Mal, dass er sich vorne ganz leicht und weich anfühlte, von alleine rundete, wie selbstverständlich seitwärts  ging und mit dem Sitz formen ließ. Vergleicht man dieses Bild mit den anderen beiden erkennt man vielleicht, wie viel schöner er durch den Körper und wie schön aktiv das Hinterbein schwingt. Zudem waren wir ganz schön baff, wie er sich seit Mai körperlich entwickelt hat! Kleine Powerkugel 🙂

Harlekin im August 2018
Harlekin_AugustHarlekin_August_GaloppHarlekin dreht mittlerweile richtig zuverlässig und brav seine Runden. Mal “jemanden den man auch kennt” durch die Gegend zu tragen ist mittlerweile auch kein Problem mehr – im Gelände wie in der Halle macht er sein Ding. Egal ob Plastikplane im Wald, Fahrradfahrer, Wanderer mit Hunden oder Autos – alleine oder in der Gruppe – die Nerven bleiben stark und es gab bisher keine
Situation, die bedenklich war. Er entwickelt immer mehr Spaß, schnaubt ab und manchmal rutscht sogar ein kleines Brummeln raus. Harlekin – bisher als Vertreter der Richtung “komm mir bloß nicht so” bekannt – erlaubt mittlerweile ohne Einschränkungen das Touchieren mit der Gerte und lenken über Körpersprache/-spannung und -ausdruck. Er spiegelt letztere immer schöner und lässt sich super weich am Kappzaum dirigieren. Unter dem Reiter sind wir mittlerweile in allen drei Gangarten unterwegs. Das erste Mal Galopp mit Reiter haben wir übrigens aus einem guten Gefühl heraus im Wald gewagt – Harlekin hat sofort verstanden, worum es ging und ist richtig klasse vorwärts galoppiert und hat sich auch  ohne Schwierigkeiten durchparieren lassen. Er war richtig stolz auf sich und hat das dicke Lob richtig genossen.

Harlekin im Juli 2018
fullsizeoutput_a5Wir haben mit Harlekin vermehrt die Arbeit am Seil/an der Longe in allen drei Gangarten mit hinzu genommen. Der Wechsel zwischen den Gangarten, im Tempo und in der Halshandlung klappen schon ganz gut und Harlekin hat immer mehr Spaß und möchte gefallen. Ihm scheint es sehr wichtig in der gemeinsamen Arbeit, dass man authentisch und ehrlich ist. Falschen Ehrgeiz mag er garnicht. Er spiegelt den Menschen immer intensiver und zeigt einem auf, wo man gerade mit seinen Gedanken ist. Harlekin hatte sich in der Vergangenheit doch schon mal verselbstständigt, insbesondere, wenn er vor etwas Angst hatte und wirklich weg wollte. Es gab jetzt doch schon das ein oder andere Mal eine Schrecksituation, in der er weg wollte und dies auch in die Tat umsetzte – tatsächlich hat es sich so entwickelt, dass Harlekin sich immer besser “halten” lässt. Schießt er abrupt los und “springt” somit in das Seil, reicht dies schon aus, damit er bremst und stehen bleibt. Sobald man ihn dann lobt ist der Schreck auch schon vergessen und er will eigentlich nur noch auf den Arm.
Ein ganz besonderer Moment war, als er den ganzen Weg auf Ruf hochgetrabt kam. Da dieser so lang ist, konnten wir den Rest noch festhalten.

Harlekin im Juni 2018
fullsizeoutput_a4Opi und Harlekin on Tour
Harlekin macht sich immer besser. Die Bremse funktioniert mittlerweile fast tadellos und wir haben uns die ersten Runden ins Gelände raus getraut. Er marschiert ganz brav vorwärts und lässt sich kaum irritieren. Manchmal springt der kleine Freigeist an und Harlekin biegt auf kleine Pfade ab, lässt sich aber wieder brav auf den Weg bringen. Menschen, Fahrräder und Plastikplanen – kein Problem.
Damit unser Opi auch mal etwas Abwechslung hat, haben wir ihn als Handpferd mitgenommen. Weder das “nahe” andere Pferd, noch der manchmal baumelnde Strick störten ihn und die beiden hatten ein ganz tolles Tempo zusammen.

Harlekin im Mai 2018
Harlekin_Mai

Im Einleitungstext haben wir schon ein wenig über Harlekin erzählt. Auf diese Basis haben wir aufgebaut. Los ging es mit “drüber-leg-Übungen” und Aufsitzübungen im Stand. Die ersten Ritte waren immer mit Testen seitens Harlekin verbunden. Stehen bleiben und rückwärts gehen standen hier an erster Stelle, ein zwei Hüpfer waren auch dabei. Obwohl gewisse Problematik bekannt waren, haben wir uns bewusst dazu entschlossen diese ersten Schritte ohne Sattel zu machen. Sattel und Gurt haben Harlekin zu diesem Zeitpunkt zu sehr eingeengt und zum Teil auch verunsichert. Um ihm Sicherheit und einen Vertrauensvorschuss zu geben war dies – in diesem Falle – der beste Weg. Im Falle einer verrückten Idee hätte die Reiterin sich so recht einfach an einer Seite runter gleiten/rutschen lassen können. Schritt und Trab funktionieren mittlerweile recht gut, die Lenkung ist noch etwas eingeschränkt, aber die Bremse ist perfekt installiert.

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