Lorena

Lorena ist eine 2008 geborene Freiberger Stute. Sie ist, wie Harlekin, als Jährling eingezogen und somit auch von Beginn an bei ihren Besitzern. Lorena wurde eingefahren, an der Hand gearbeitet und angeritten. Beim Anreiten stellte sich heraus, dass Lorena die Bewegungen auf ihrem Rücken im Trab nicht so ganz toll findet und hat oft Angst bekommen. Das machte die weitere Ausbildung etwas schwierig. Sie ist sehr sensibel und hält sich so gut wie immer an ihren Halbbruder Harlekin. Ist ihr etwas zu komisch, macht sie am Liebsten die Biege.

Mit ihr ging es zum Kennenlernen auch mit Führtraining, Bodenarbeit, Handarbeit und Longe los. Lorena zeichnete sich von Anfang an durch eine tolle Taktsicherheit aus und trabt wie ein Uhrwerk. Während der Arbeit mit Lorena stellte sich immer mehr heraus, dass sie trotz ihrer Sensibilität ein sehr ehrgeiziges Pferd ist. Sie möchte ihre Sache immer gut machen, was ihr manchmal einen kleinen Knoten im Kopf und ihren Beine beschert. Wir verwenden bei ihr lieber mehr Zeit darauf, ihr etwas zu erklären – denn wenn sie die Idee verstanden hat, läuft es fast von alleine.

Lorena war beim Reiten selbst von Beginn an sehr sehr weich an der Hand. Zudem ist sie leicht überbaut und muss sich sehr setzen, um sich auszubalancieren und nicht zu vorhand-lastig zu laufen. Auf Grund dieser Kombination müssen wir immer sehr darauf achten, dass sie immer schön “am Gas steht”, von hinten arbeitet und wir ihr mit der gleichen Weichheit begegnen. Sie ist mittlerweile so fein und sensibel, dass man auf die eigenen Gedanken aufpassen muss und lässt sich wunderbar fein über die eigene Körperenergie reiten. Denkt man “vorwärts” und entwickelt die entsprechende Energie, folgt sie unmittelbar und setzt die Anfrage um.

Lorena im Januar
Nach dem wir zu Beginn im Travers (in der Handarbeit) schon den ersten Schritt gelobt haben und es dann haben gut sein lassen, zahlt sich diese Geduld – wieder mal – voll und ganz aus! Lorena hat verstanden, was gemeint ist und aus einem Schritt wurden ganz schnell zwei oder drei, mittlerweile können wir Schulterherein und Travers flüssig wechseln. Sogar die erste Mini-Traversale klappt! Vor lauter Fußsalat (wir hatten Travers beendet und wollten Richtung Schulschritt üben) haben sich sogar durch Zufall zwei Galloppsprünge entwickelt! Die schwierigste Übung überhaupt für Lolo! Sah ganz schön schick aus!

Lorena im Dezember
Die kleine Lotti hat im Moment ganz klare Vorstellung von ihrem Trainingsprogramm. Manchmal müssen wir lachend abbrechen, weil sie einfach ihr Ding macht – selbstverständlich mit ganz viel Charme. Wir sind nochmal zwei/drei Schritte zurück gegangen, um wieder etwas Ruhe reinzubekommen. Das Reiten klappt sehr schön, wir können mittlerweile das Tempo super halten und auch leicht verstärken und zurücknehmen. Da Lolo etwas überbaut ist, wurde ihr das von Natur aus nicht als einfachste Aufgabe mitgegeben. Sie gibt sich so viel Mühe und hält knallermäßigt den Takt. Das Sitzgefühl ist einfach super! Und das alles über Gedanken und (Bewegungs)energie. An den Seitengängen sind wir mittlerweile (vom Boden aus) auch recht intensiv dabei. Travers klappt mittlerweile auch in Ansätzen, das Kontaschulterherein unter dem Sattel auch schon ganz gut. Und auch die kleine Zaubermaus lässt ab und zu in der Handarbeit den ein oder anderen Brummler los – ganz schön goldig!

Lorena im November
Lorena_Oktober_LongeLorena_Oktober_StangenarbeitLorena_Reha_DokumentationLorena tat sich im Galopp bisher recht schwer. Über die letzten beiden Monate haben wir immer wieder den Galopp an der Longe mit hinzu zu nehmen und zu etablieren. Diesen Monat war das erste Mal, dass sie diesen ganz in Ruhe und freiwillig bei korrektem Angaloppieren machen wollte. Das Reiten selbst gestaltet sich als große Freude – die Maus macht sich so toll! Das hoch und runter schalten funktioniert fast nur auf Atmung und ein wenig Gewichtshilfe. Sie macht einfach ganz viel Spaß!
Außerdem hat Lolo ebenfalls den ersten “Fremdreitertest” ganz artig mitgemacht. Eine unserer Reitschülerinnen hat mit Lolo eine Hilfengebungsschulung gemacht, um zu fühlen, wie welche Energie und Ansprache sich auf das Pferd auswirken. Lorena war zuerst etwas irritiert und unsicher und fand es sehr komisch, dass da auf einmal jemand Fremdes auf sie klettert und auch noch etwas von ihr will, obwohl die in der Mitte da doch irgendwie bekannter ist und Sicherheit gibt. Da die beiden sich überhaupt nicht kannten, war es um so beachtlicher, wie toll die Fuchsige auf die innere Ruhe der noch sehr jungen Reiterin ansprach und wie deutlich sie sich traute anzuzeigen, wenn eine Hilfe schon “zu laut” war, quasi in Lolo´s Welt “mehr als gedacht ist nicht mein Ding”. 😀 Zum Schluss juckte es dann doch etwas in den Fingern und wir haben versucht unserer Schülerin ein Gefühl für die Energie in der Versammlung zu geben. Lolli wusste auch schon direkt, wo es hingehen soll und hat sich sehr viel Mühe gegeben, ein paar halbe Tritte Richtung Piaffe mit Reiter zu schaffen – super klasse!

Lorena im Oktober 2018
Lorena_Oktober
Lorena macht sich so toll! Sie bietet immer mehr an auch flotter zu traben und scheint ihre Balance noch besser gefunden zu haben. Besonders freut uns, dass sie in der Handarbeit so viel weicher geworden ist und leichte Stellung und Biegung erlaubt. wechselt man von der linken auf die rechte Hand und richtet sich selbst etwas auf bietet sie sogar von alleine halbe Tritte Lorena_Oktoberan – obwohl man nur ein Schulterherein wollte. Das hat sie sogar mit Reiter angeboten, obwohl antraben der Plan war – ein tolles Gefühl!
Edit: Die ehrgeizige Motte hat uns zu Halloween volle Kanone aus den Socken gehauen! Lolli war fast schon etwas hibbelig in den Biegeübungen und viel schneller als das Personal. Schon ihren eigenen Plan im Kopf haben wir während des Aufwärmens das Seitwärts nicht so ganz entspannt wie sonst hinbekommen. Auf antippen schob sie sich zusammen wie eine Ziehharmonika. Nach kurzem Lacher haben wir uns dann wieder dran gegeben. Lolli, voll im Ehrgeizwahn, war von den verkürzten Tritten aber nur bedingt abzubringen – weiteres Aufwärmen oder Traben – unnötig! Eigentlich war ja longieren angedacht…Aber gut, nochmal kurz über das Pferd gelacht und gedacht, was soll´s – wer das Pferd zum Mitdenken motiviert und ein Mitbestimmungsrecht gibt, der muss auch mal mit dem Pferd mitmachen und sich etwas zeigen lassen! Die Freibergerin wurde kürzer und kürzer und sortierte ihre Füße und sortierte und sortierte immer weiter. Begleitendes Schnalzen und ein paar “Touchierer” später senkte sie die Hinterhand noch ein ganzes Stück, richtete sich auf und haute doch tatsächlich ihre ersten Piafftritte raus! Der Brummler, auf die Freude vom Leinenträger hin kam schneller, als dieser überhaupt loben oder sonst was machen konnte – da soll nochmal einer sagen die Damen und Herren Vierbeiner können keine Gedanken lesen! Dieser Moment und zu sehen, wie stolz sie auf sich war, war wirklich was ganz Besonderes!

Lorena im September
Lorena_JuliLorena hat im September an einem Gelassenheits- und Geschicklichkeitstrail teilgenommen. Sie war in Begleitung mehrerer Menschen unterwegs und hat im Wald sowie in der Halle Hindernisse bewältigt. Besonders begeistert waren wir darüber, dass sie durch den Plastikvorhang und durch das Plastikplanenbad (Plastikplane in Geitnergassen und mit Schaumstoff-Füllmaterial aufgefüllt) gegangen ist – obwohl sie Wasser überhaupt nicht mag! Sie konnte mit dieser mutigen Leistung den 6. Platz belegen! Wir sind super stolz!

 

 

 

Lorena im August
Lolli_Wald_1Lolli_Wald_2Lorena ist super sicher im Schritt und im Trab geworden. Die Übergänge werden immer sicherer und schöner und sie lässt sich komplett über Atmung, Gewicht und Gedanken steuern. In der Handarbeit ist ihr sogar schon das ein oder andere Mal ein kleines Brummeln raus gerutscht – der Gesichtsausdruck dabei war besonders süß! Wenn wir sie  einsammeln, kommt sie einem oft schon auf Ruf ein Stückchen entgegen. Nach mehreren Ausritten in Begleitung (von anderen Pferden) waren wir nun das erste Mal alleine unterwegs. Lorena weigerte sich eigentlich immer alleine vom Hof geritten zu werden, geführt werden und im Wald aufsteigen hingegen waren kein Problem. Nach einer etwas längeren Ausreitpause war es dann nun wieder soweit und sie überraschte uns damit freiwillig, ohne Aufforderung und alleine vom Hof zu gehen – vorbei an grusligen Tonnen, Bauarbeitern und anderen Menschen und Hunden! Ganz alleine! Wir waren ganz schön baff und erkannten, wie viel Mut und Selbstbewusstsein sie entwickelt hat! Während wir unterwegs waren war sie schon etwas aufgeregt, lies sich jedoch immer wieder überzeugen, dass alles gut ist und ging mutig voran und auf Dinge zu.

Lorena im Juli
Lorena_JuliDa Lorena im Schritt wohl immer schon artig war und eher der Trab ein Problemchen darstellte, haben wir bisher nur im Schritt sowie am Anhalten und Anreiten gearbeitet. Der Trab (mit Reiter) hatte sie wohl bisher sehr verunsichert und sie war das ein oder andermal etwas ängstlich geworden und war etwas losgeschossen. Um so mehr wunderten wir uns, als sie ganz von alleine antrabte! Als sie los trabte merkte man, wie komisch sie es dann doch fand. Ganz weiches Mitgehen und Begleiten ihrer Bewegung sowie eher untertouriges Tempo machten ihr die Sache deutlich angenehmer. Ihren Mut haben wir mit sehr viel Freude und Beenden der Einheit gelobt. Besonders schön zu sehen ist, wie Lolli 20cm wächst, wenn sie etwas gut gemacht hat und dafür entsprechend großes Lob (und auch mal ein Leckerli) bekommt.

Lorena im Juni
Lorena_JuniNach unserer Zeit mit Führübungen hat sich Lorena gut an den Reiter gewöhnt. Wir haben nun die ersten Einheiten “alleine” geschafft. Die ersten beiden Male wollte sie öfters zur Sicherheit stehen bleiben. Dabei stellte sich heraus, dass sie eine klare Entscheidung und Anweisung in diesen Situationen mehr wertschätzt, als nur gestreichelt und ermuntert zu werden. Beim dritten Mal Aufsitzen mit Schritt- und Lenkübungen ging sie ganz von alleine in einem tollen, fleißigen Schritt los. Ganz von alleine zog sie am hingegebenen Zügel ihre Runden und schnaubte sogar ab! Wir waren ganz begeistert, wie schnell sie Verstanden und Freude daran gefunden hat!

Lorena im Mai 2018
Lorena_MaiAuch mit Lorena haben wir nochmal komplett von vorne angefangen. Durch ihre Sensibilität braucht Lolli etwas länger, bis wir das erste Mal entschlossen haben und wirklich draufzulegen. Für uns war es sehr wichtig, dass Lorena vollstes Vertrauen in die Sache entwickelt, jemanden auf sich zu dulden und sich wohl damit fühlt. Beidseitiges drüber legen, nur drauf sitzen und ganz viel herzen und lieb haben standen also erstmal auf dem Programm. Die ersten Reitübungen waren bei ihr geführt, da sie sich kaum traute los zu gehen und wenn die Führperson ihr etwas zu weit weg war, schwankte sie sehr im Gang und war sich recht unsicher, aber sehr brav.

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